Von NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH · Veröffentlicht
Unbelasteter Erdaushub kostet in der Entsorgung meist 5 bis 15 Euro pro Tonne, leicht belasteter 15 bis 35 Euro und deutlich belasteter 40 bis 80 Euro, Transport nicht eingerechnet. Ein Kubikmeter Boden wiegt rund 1,6 bis 2 Tonnen. Über den Preis entscheidet die Belastungsklasse, die per Laboranalyse festgestellt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- 5 bis 15 €/t für unbelasteten Boden, 40 bis 80 €/t für deutlich belasteten – die Klasse entscheidet.
- 1 m³ Boden wiegt rund 1,6 bis 2 Tonnen; abgerechnet wird bei Deponien meist nach Gewicht.
- Seit 01.08.2023 gilt die Ersatzbaustoffverordnung mit neuen Klassen BM-0 bis BM-F3.
- Ohne Analyse nimmt kaum eine Annahmestelle Aushub an.
- Mutterboden muss nach § 202 BauGB erhalten werden und gehört getrennt gelagert.
Inhalt
Was kostet die Entsorgung von Erdaushub pro Tonne?
Die Entsorgung von Erdaushub kostet zwischen 5 und 200 Euro pro Tonne – je nachdem, wie stark der Boden belastet ist. Unbelasteter, natürlicher Boden ist günstig und wird häufig wiederverwertet. Boden mit Bauschutt, Schlacke, Asche oder Schadstoffen muss auf eine Deponie der passenden Klasse und kostet ein Vielfaches.
| Belastung (alte Bezeichnung) | Typischer Boden | Entsorgung (€/t) |
|---|---|---|
| unbelastet (Z0) | natürlicher Sand, Kies, Lehm ohne Fremdstoffe | 5–15 |
| gering belastet (Z1) | Boden mit wenig Fremdanteil, z. B. alten Ziegelresten | 15–35 |
| belastet (Z2) | Auffüllungen mit Schlacke, Asche, höheren Schadstoffwerten | 40–80 |
| stark belastet (> Z2) | Boden mit deutlicher Schadstoffbelastung | 100–200 |
Was hat sich mit der Ersatzbaustoffverordnung geändert?
Die Ersatzbaustoffverordnung gilt seit dem 1. August 2023 bundesweit und regelt, wie Bodenmaterial eingestuft und wiederverwendet wird. Sie ersetzt für Bodenmaterial die bisherigen Z-Werte nach LAGA M 20 durch neue Materialklassen.
| Materialklasse | Mineralische Fremdbestandteile | Einordnung |
|---|---|---|
| BM-0 | max. 10 Vol.-% | unbelastetes Bodenmaterial |
| BM-0* | max. 10 Vol.-% | gering belastet, eingeschränkt verwertbar |
| BM-F0* | bis 50 Vol.-% | Boden mit Fremdanteil, gering belastet |
| BM-F1 bis BM-F3 | bis 50 Vol.-% | zunehmend belastet, zunehmend eingeschränkte Verwertung |
In vielen Preislisten und Angeboten stehen trotzdem noch die alten Z-Werte, weil sie im Markt eingeführt sind. Die Klassen lassen sich nicht eins zu eins übersetzen. Maßgeblich für die Annahme ist, was die Annahmestelle nach ihrer Genehmigung verlangt.
Wie rechnet man Kubikmeter Aushub in Tonnen um?
Ein Kubikmeter gewachsener Boden wiegt je nach Bodenart und Feuchte rund 1,6 bis 2 Tonnen. Sand und Kies liegen eher am unteren, nasser Lehm und Ton eher am oberen Wert. Deponien rechnen fast immer nach Gewicht ab, Baggerunternehmen oft nach Volumen – beim Angebotsvergleich also genau hinsehen.
Beim Ausheben lockert sich der Boden auf und nimmt mehr Raum ein. Aus einem Kubikmeter im Boden werden im Container oder auf dem Lkw je nach Bodenart grob 1,2 bis 1,35 Kubikmeter – rund 20 bis 35 Prozent Auflockerung. Das spielt für die Zahl der Fahrten eine Rolle, nicht für das Gewicht.
Beispielrechnung: Was kostet die Entsorgung einer Baugrube?
Eine Baugrube für ein Einfamilienhaus mit 10 mal 12 Metern und 1,2 Metern Tiefe ergibt rund 144 Kubikmeter Aushub, also etwa 230 bis 290 Tonnen. Die Rechnung zeigt, wie stark die Belastungsklasse den Preis verändert.
| Einstufung | Menge | Ansatz (€/t) | Entsorgung ohne Transport |
|---|---|---|---|
| unbelastet | ca. 260 t | 5–15 | ca. 1.300–3.900 € |
| gering belastet | ca. 260 t | 15–35 | ca. 3.900–9.100 € |
| belastet | ca. 260 t | 40–80 | ca. 10.400–20.800 € |
Der Unterschied zwischen unbelastet und belastet kann bei derselben Baugrube 15.000 Euro und mehr ausmachen. Deshalb gehört die Beprobung vor den Aushub und nicht erst an die Deponie. Wie wir das bei Erdarbeiten einplanen, steht auf der Leistungsseite.
Wann muss Aushub beprobt werden?
Erdaushub muss vor der Entsorgung beprobt werden, sobald er das Grundstück verlässt und die Annahmestelle eine Deklaration verlangt – und das ist fast immer der Fall. Ohne Laborbefund weiß niemand, in welche Klasse der Boden gehört, und ohne Klasse gibt es keinen Annahmeschein.
- Probenahme vom Haufwerk oder vorab per Schürfung bzw. Bohrung.
- Laboranalyse auf die für die Annahme geforderten Parameter.
- Einstufung in die Materialklasse und Auswahl der passenden Annahmestelle.
- Entsorgung mit Lieferschein und Wiegeschein – beides gehört in Ihre Bauakte.
Besonders im Ruhrgebiet stecken in vielen Grundstücken alte Auffüllungen aus Bauschutt, Schlacke oder Asche. Wer auf einem solchen Grundstück baut, sollte mit einer höheren Klasse rechnen und die Analyse früh beauftragen.
Warum muss Mutterboden getrennt gelagert werden?
Mutterboden ist die oberste, humusreiche Bodenschicht und nach § 202 Baugesetzbuch geschützt: Er muss bei Bauarbeiten in nutzbarem Zustand erhalten und vor Vernichtung oder Vergeudung bewahrt werden. Er gehört deshalb vor dem Aushub abgetragen und getrennt gelagert.
Das hat auch einen wirtschaftlichen Grund: Sauberer Mutterboden lässt sich später im Garten wieder einbauen und muss nicht teuer entsorgt werden. Wird er dagegen mit dem Unterboden vermischt, verliert er seinen Wert und erhöht die Entsorgungsmenge.
Wie lassen sich Entsorgungskosten senken?
- Wiedereinbau auf dem Grundstück: Unbelasteter Aushub kann oft zum Modellieren oder Verfüllen genutzt werden. Was nicht abgefahren wird, kostet keine Entsorgung.
- Sortenrein trennen: Mutterboden, Unterboden und Bauschutt getrennt halten. Ein Mischhaufwerk wird nach seinem schlechtesten Anteil eingestuft.
- Früh beproben: Wer die Klasse vor dem Aushub kennt, plant den richtigen Entsorgungsweg und vermeidet Standzeiten.
- Planung anpassen: Eine Bodenplatte etwas höher zu legen, spart bei jeder Baugrube Kubikmeter Aushub.
Häufige Fragen
Kann ich Erdaushub kostenlos abgeben?
Unbelasteter Boden wird manchmal kostenlos oder sogar gegen Vergütung abgenommen, zum Beispiel für Geländemodellierungen oder Lärmschutzwälle. Voraussetzung ist fast immer ein Nachweis, dass der Boden sauber ist. Belasteten Boden gibt es nie kostenlos los.
Was kostet ein Container für Erdaushub?
Containerdienste rechnen Erdaushub meist pauschal pro Container ab, die Preise hängen von Größe, Region und Belastung ab. Für größere Mengen ist ein Abtransport per Lkw direkt vom Bagger in der Regel günstiger als mehrere Container.
Wer ist für die Entsorgung von Aushub verantwortlich?
Verantwortlich ist der Bauherr als Abfallerzeuger. Er kann die Entsorgung an ein Bauunternehmen übertragen, bleibt aber in der Pflicht, dass der Boden ordnungsgemäß entsorgt wird. Liefer- und Wiegescheine sollten Sie deshalb aufbewahren.
Was passiert, wenn im Aushub Bauschutt steckt?
Bauschutt im Aushub erhöht den Fremdanteil und verschiebt den Boden in eine höhere Klasse. Größere Anteile lassen sich oft vor Ort aussortieren und getrennt als Bauschutt entsorgen – das ist meist günstiger, als das gesamte Material als belastet abzufahren.
Fazit
Erdaushub kostet in der Entsorgung zwischen 5 Euro pro Tonne für sauberen und über 80 Euro für belasteten Boden, Transport nicht eingerechnet. Ein Kubikmeter wiegt rund 1,6 bis 2 Tonnen. Seit August 2023 gelten die Klassen der Ersatzbaustoffverordnung. Wer früh beprobt, sortenrein trennt und Mutterboden erhält, spart den größten Teil der Kosten.
Weiterlesen
Quellen
- Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) (in Kraft seit 01.08.2023)
- § 202 Baugesetzbuch – Schutz des Mutterbodens (geltende Fassung)
- Pongratz: Erdaushub entsorgen – Kalkulationsleitfaden (abgerufen 09/2026)
- containerpreis24.de: Erdaushub entsorgen (abgerufen 09/2026)
Preisangaben sind Richtwerte aus den genannten Quellen und ersetzen kein Angebot. Der tatsächliche Preis hängt von Fläche, Boden, Zugänglichkeit und Material ab.

