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NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH
Steiniger, lehmiger Bodenaushub mit gröberen Gesteinsbrocken

Ratgeber

Bodenklassen 1 bis 7 und Homogenbereiche: Was gilt heute?

Bodenklassen 1 bis 7 nach DIN 18300 gelten seit 2015 nicht mehr. Was Homogenbereiche sind, was das für Ihr Angebot bedeutet und welche Böden typisch sind.

Von NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH · Veröffentlicht

Die Bodenklassen 1 bis 7 nach DIN 18300 teilten Böden danach ein, wie schwer sie zu lösen sind – von Oberboden bis schwer lösbarem Fels. Seit der DIN 18300 Ausgabe 2015-08 gelten stattdessen Homogenbereiche, die den Boden über messbare Kennwerte beschreiben. Im Sprachgebrauch sind die alten Klassen trotzdem weiter verbreitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bodenklassen 1 bis 7 beschrieben, wie schwer sich ein Boden lösen lässt.
  • Seit DIN 18300:2015-08 ersetzen Homogenbereiche die Bodenklassen in der VOB/C.
  • Homogenbereiche beschreiben Boden über Kennwerte wie Korngröße, Wassergehalt und Konsistenz.
  • Für den Preis zählt vor allem, ob der Boden tragfähig, frostempfindlich oder belastet ist.

Was sind die Bodenklassen 1 bis 7?

Die Bodenklassen nach DIN 18300 teilten Boden und Fels in sieben Gruppen ein – danach, wie schwer sie sich beim Aushub lösen lassen. Sie waren über Jahrzehnte die Grundlage für Leistungsverzeichnisse und Preise im Erdbau.

KlasseBezeichnungBeispiele
1Oberbodenhumushaltiger Mutterboden
2Fließende Bodenartenflüssige bis breiige Böden, Schlamm
3Leicht lösbare BodenartenSand, Kies, Sand-Kies-Gemische
4Mittelschwer lösbare BodenartenSand-Kies mit höherem Schluff- und Tonanteil, Lehm
5Schwer lösbare BodenartenBöden mit hohem Steinanteil, plastische Tone
6Leicht lösbarer Felsklüftiger, brüchiger oder verwitterter Fels
7Schwer lösbarer Felsfester Fels mit hoher Gefügefestigkeit
Quelle: Wikipedia, Boden- und Felsklasse (DIN 18300, Fassung bis 2012), abgerufen 09/2026.

Gelten die Bodenklassen noch?

Nein. Seit der DIN 18300 Ausgabe 2015-08 werden Böden in der VOB/C nicht mehr in Bodenklassen eingeteilt, sondern in Homogenbereiche. Die Umstellung betraf auch weitere Normen für Erd-, Bohr- und Rohrvortriebsarbeiten.

Grund für die Umstellung war, dass eine Bodenklasse viel zu grob ist. Ein Lehm der Klasse 4 kann trocken gut zu verarbeiten sein und nass kaum befahrbar. Genau diese Unterschiede führten auf Baustellen immer wieder zu Streit über Nachträge.

Was sind Homogenbereiche?

Ein Homogenbereich ist ein abgegrenzter Bereich im Boden, der für die jeweilige Arbeit vergleichbare Eigenschaften hat. Statt einer Zahl von 1 bis 7 wird er über Kennwerte beschrieben, die im Labor oder vor Ort gemessen werden.

  • Korngrößenverteilung – Anteil von Ton, Schluff, Sand, Kies
  • Steine und Blöcke – Anteil großer Bestandteile
  • Dichte und Lagerungsdichte – wie fest der Boden gelagert ist
  • Wassergehalt und Konsistenz – wie nass und wie formbar er ist
  • Plastizität und Scherfestigkeit – wie er sich unter Last verhält
  • Organischer Anteil und Bodengruppe nach DIN 18196

Die Homogenbereiche legt in der Regel ein Baugrundgutachter im Bodengutachten fest. Für Tiefbau- und Erdarbeiten nach VOB bilden sie die Grundlage des Leistungsverzeichnisses. Wie wir damit bei Tiefbauarbeiten umgehen, steht auf der Leistungsseite.

Welche Böden sind im Ruhrgebiet und Rheinland typisch?

Ruhrgebiet und Rheinland haben sehr unterschiedliche Böden – und damit unterschiedlichen Aufwand bei Aushub und Unterbau. Die folgende Übersicht ordnet typische Böden grob den alten Bodenklassen zu, weil diese im Gespräch noch geläufig sind.

Region und Bodengrob entsprechendFolge für den Bau
Rheinterrassen: Kies und Sand (Düsseldorf, Köln, Monheim)Klasse 3gut lösbar, tragfähig, meist versickerungsfähig
Lössflächen (Hellweg, linker Niederrhein)Klasse 4bei Nässe weich, stärkerer Unterbau nötig
Geschiebelehm und Mergel (Münsterland, Kreis Unna)Klasse 4–5schlecht durchlässig, Entwässerung einplanen
Auffüllungen mit Bauschutt und Schlacke (Ruhrgebiet)Klasse 3–5, oft belastetBeprobung nötig, teure Entsorgung möglich
Schiefer und Grauwacke (Bergisches Land, Sauerland)Klasse 6–7Fels steht flach an, Aushub aufwendig
Grobe Orientierung aus unserer Praxis, kein Ersatz für ein Bodengutachten. Innerhalb einer Stadt kann der Boden von Grundstück zu Grundstück wechseln.

Warum ist die Frostempfindlichkeit wichtiger als die Klasse?

Für Einfahrten, Wege und Terrassen ist oft nicht entscheidend, wie schwer sich der Boden lösen lässt, sondern wie er auf Frost reagiert. Frostempfindliche Böden nehmen Wasser auf, das beim Gefrieren das Pflaster anhebt und beim Tauen nachgibt.

FrostempfindlichkeitsklasseBedeutungTypische Böden
F1nicht frostempfindlichKies, Sand
F2gering bis mittel frostempfindlichSand und Kies mit Feinanteil
F3sehr frostempfindlichSchluff, Löss, Lehm, Ton
Einteilung nach den Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTV E-StB).

Auf F3-Böden braucht eine befahrene Fläche eine deutlich stärkere Frostschutzschicht als auf Kies. Das erklärt, warum zwei gleich große Einfahrten in derselben Stadt unterschiedlich viel kosten können – siehe Einfahrt pflastern: Kosten.

Brauche ich ein Bodengutachten?

Für einen Neubau ist ein Bodengutachten fast immer sinnvoll und wird von vielen Tragwerksplanern und Banken verlangt. Für eine Einfahrt, eine Terrasse oder einen Gartenweg reicht in der Regel die Einschätzung eines erfahrenen Fachbetriebs beim Ortstermin – gegebenenfalls mit einer Probeschürfung.

  • Gutachten sinnvoll: Neubau, Unterkellerung, Baugrube mit Verbau, Hanglage, bekannte Altlasten oder Auffüllungen.
  • Meist nicht nötig: Pflasterfläche, Terrasse, Gartenweg, kleine Leitungsgräben auf bekanntem Boden.

Häufige Fragen

Welche Bodenklasse hat Mutterboden?

Mutterboden war nach der alten DIN 18300 die Bodenklasse 1 (Oberboden). Er wird immer getrennt abgetragen und gelagert, weil er nach § 202 Baugesetzbuch geschützt ist und später wieder eingebaut werden kann.

Welche Bodenklasse ist Lehm?

Lehm wurde je nach Steinanteil und Konsistenz meist der Bodenklasse 4 (mittelschwer lösbar) zugeordnet, steiniger oder sehr steifer Lehm der Klasse 5. Für die Bauausführung wichtiger ist, dass Lehm frostempfindlich und wenig wasserdurchlässig ist.

Was kostet ein Bodengutachten?

Die Kosten hängen von Grundstücksgröße, Zahl der Bohrungen und Laboruntersuchungen ab und werden vom Gutachter individuell angeboten. Für ein Einfamilienhaus lohnt sich ein Vergleich mehrerer Angebote.

Sind Homogenbereiche auch für Privatleute relevant?

Direkt selten, weil private Kleinprojekte meist nicht nach VOB-Leistungsverzeichnis ausgeschrieben werden. Indirekt schon: Die Eigenschaften, die ein Homogenbereich beschreibt, bestimmen auch bei einer Einfahrt oder Terrasse, wie stark der Unterbau werden muss.

Fazit

Die Bodenklassen 1 bis 7 teilten Boden danach ein, wie schwer er sich lösen lässt. Seit der DIN 18300 Ausgabe 2015-08 gelten stattdessen Homogenbereiche mit messbaren Kennwerten. Für Einfahrten und Terrassen zählen in der Praxis vor allem Tragfähigkeit, Frostempfindlichkeit und mögliche Belastung – und die hängen stark von der Region ab.

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Quellen

Preisangaben sind Richtwerte aus den genannten Quellen und ersetzen kein Angebot. Der tatsächliche Preis hängt von Fläche, Boden, Zugänglichkeit und Material ab.

Tiefbau vom Fachbetrieb

Dieser Ratgeber stammt von der NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH. Wir führen Tiefbau-, Erd- und Pflasterarbeiten im Ruhrgebiet und im Rheinland aus – mit Betriebshof in Dortmund und Sitz in Monheim am Rhein. Wir sehen uns Ihr Grundstück an und erstellen ein schriftliches Angebot. Wir melden uns am selben Werktag zurück.