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NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH
Bagger hebt einen schmalen, tiefen Graben im Erdreich aus

Ratgeber

Rigole: Aufbau, Größe und Kosten einer Versickerungsrigole

Was ist eine Rigole, wie ist sie aufgebaut und wie groß muss sie sein? Kies- oder Blockrigole im Vergleich, Beispiel für 200 m² Dach und Kosten.

Von NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH · Veröffentlicht

Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicher aus Kies oder Kunststoff-Füllkörpern, in dem Regenwasser gesammelt wird und langsam im Boden versickert. Sie braucht wenig Platz und liegt unter Rasen oder Wegen. Für ein Einfamilienhaus kostet eine Rigole vom Fachbetrieb meist 2.000 bis 5.000 Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rigole speichert und versickert Regenwasser unter der Erde – anders als eine Drainage, die Wasser ableitet.
  • Kies speichert 30 bis 35 Prozent seines Volumens, Kunststoffblöcke über 90 Prozent. Blockrigolen sind deshalb kürzer.
  • 2.000 bis 5.000 Euro kostet eine Rigole für ein Einfamilienhaus vom Fachbetrieb.
  • Bemessen wird nach DWA-A 138-1 – Größe hängt von angeschlossener Fläche, Boden und Regenmenge ab.

Was ist eine Rigole?

Eine Rigole ist ein mit Kies oder Kunststoff-Füllkörpern gefüllter Graben unter der Erde. Bei Regen läuft das Wasser von Dach oder Hof hinein, wird im Hohlraum zwischengespeichert und versickert dann nach und nach in den umgebenden Boden. So nimmt die Rigole auch Starkregen auf, den der Boden nicht sofort schlucken kann.

AnlageWas sie machtUnterschied zur Rigole
Drainagesammelt Wasser aus dem Boden und leitet es abgenau umgekehrt: Die Rigole gibt Wasser an den Boden ab
Muldespeichert Wasser oberirdisch in einer Senkebraucht mehr Fläche, reinigt das Wasser besser
Sickerschachtleitet Wasser punktuell in die Tiefenoch kleiner, aber geringere Reinigung, seltener genehmigt

Ob Sie überhaupt versickern müssen, ob Sie eine Genehmigung brauchen und wie viel Gebühr Sie sparen, steht im Artikel Regenwasser versickern.

Wie ist eine Rigole aufgebaut?

Eine Rigole wird meist 1,10 bis 1,40 Meter tief eingebaut und besteht aus fünf Teilen:

  1. Zulauf mit Absetz- oder Filterschacht: hält Laub und Schlamm zurück, bevor das Wasser in die Rigole läuft.
  2. Oberboden und Rasen als Abdeckung.
  3. Geotextil (Vlies) rundum, damit kein feiner Boden in die Hohlräume gespült wird.
  4. Speicherkörper: Kies der Körnung 16/32 oder Kunststoff-Sickerblöcke, oft mit einem Verteilrohr darin.
  5. Sohle auf versickerungsfähigem Boden, mit ausreichendem Abstand zum Grundwasser.
FüllmaterialSpeicherkoeffizientFolge
Kies 16/320,30–0,353 m³ Kies speichern rund 1 m³ Wasser
Kunststoff-Füllkörperüber 0,90fast das ganze Volumen ist Speicher
Quelle: Sieker, Fachinformation Rigolen, abgerufen 09/2026.

Wie groß muss eine Rigole sein?

Die Größe wird nach dem Arbeitsblatt DWA-A 138-1 berechnet. Eingangswerte sind die angeschlossene Fläche, die örtliche Regenmenge und die Durchlässigkeit des Bodens. Eine Beispielrechnung für 200 m² angeschlossene Dachfläche zeigt, wie stark das Füllmaterial die Maße bestimmt:

KiesrigoleBlockrigole
Maße (L × B × H)10,83 × 1,60 × 0,70 m6,40 × 1,60 × 0,70 m
Speichervolumen4,25 m³rund 6,2 m³
Flächenbedarf17,3 m²10,2 m²
Füllung12,1 m³ Kies 8/3232 Sickerblöcke
Beispielrechnung von ebook-tipp.eu (Regenwasser-Versickerungs-Blog), abgerufen 09/2026. Nicht übertragbar: Die Werte gelten nur für den dort angenommenen Boden und Regen.

Faustformeln aus dem Internet ersetzen die Bemessung nicht. Für die wasserrechtliche Erlaubnis verlangt die Behörde ohnehin eine Berechnung nach DWA-A 138-1 – und eine zu kleine Rigole läuft beim ersten Starkregen über.

Was kostet eine Rigole?

Eine Rigole für ein Einfamilienhaus kostet vom Fachbetrieb meist zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Bezogen auf das Volumen liegen die Investitionskosten bei etwa 100 bis 150 Euro pro Kubikmeter.

KostenpunktRichtwert
Rigole Einfamilienhaus, Fachbetrieb komplett2.000–5.000 €
Investition pro m³ Rigole100–150 €
Material und Maschine, Kiesrigole 200 m² (Eigenleistung)ca. 1.450 €
Material und Maschine, Blockrigole 200 m² (Eigenleistung)ca. 2.360 €
Wasserrechtliche Erlaubnis (Beispiel Köln)ab 200 €
Quellen: kostencheck.de (Fachbetrieb), Sieker (pro m³), ebook-tipp.eu (Eigenleistung), Stadt Köln (Erlaubnis); abgerufen 09/2026.

Die Eigenleistungs-Rechnungen enthalten nur Material, Entsorgung und Bagger, keinen Lohn. Teuer wird es, wenn der Aushub belastet ist, die Zuleitung lang ist oder die Rigole unter einer befahrenen Fläche liegen soll.

Kiesrigole oder Blockrigole?

  • Kiesrigole: günstiges Material und bewährt, braucht aber für dasselbe Speichervolumen fast dreimal so viel Aushub. Lässt sich kaum kontrollieren oder spülen.
  • Blockrigole: teurer im Material, dafür kurz und kompakt. Viele Systeme haben einen Inspektionskanal, durch den sich die Rigole mit der Kamera prüfen und spülen lässt.
  • Unter Einfahrten: Nur Blöcke verwenden, die der Hersteller für die jeweilige Verkehrslast freigibt.

Auf engen Grundstücken, wie sie im Ruhrgebiet häufig sind, ist die Blockrigole oft die einzige Lösung, die neben Terrasse und Weg noch Platz findet.

Was ist ein Mulden-Rigolen-System?

Beim Mulden-Rigolen-System liegt über der Rigole eine flache, begrünte Mulde. Das Wasser sammelt sich zuerst in der Mulde, sickert durch den Oberboden, wird dabei gereinigt und läuft dann in die Rigole darunter. Das System verbindet die Reinigungswirkung der Mulde mit dem Speicher der Rigole.

Es eignet sich besonders für Böden, die Wasser nur langsam aufnehmen, wie Lehm und Löss. Oft wird die Rigole dann über eine Drossel an den Kanal angeschlossen, damit sie bei Dauerregen nicht vollläuft.

Welche Abstände gelten, und wie wird eine Rigole gewartet?

  • Zum Gebäude: mindestens 6 Meter, bei geringerem Abstand das 1,5-fache der Baugrubentiefe nachweisen – sonst droht Wasser im Keller.
  • Zum Grundwasser: in der Regel mindestens 1 Meter Boden zwischen Rigolensohle und mittlerem höchstem Grundwasserstand.
  • Nicht über unterirdischen Bauten wie Kellern, Tanks oder Tiefgaragen.
  • Wartung: Absetz- oder Filterschacht etwa zweimal im Jahr reinigen, damit die Rigole nicht verschlammt.

Häufige Fragen

Kann ich eine Rigole selber bauen?

Handwerklich ist das möglich, die Bausätze gibt es im Handel. Für den Betrieb brauchen Sie aber meist eine wasserrechtliche Erlaubnis mit Bemessung nach DWA-A 138-1. Die meisten Fehler entstehen nicht beim Einbau, sondern bei zu kleiner Bemessung und fehlender Vorreinigung.

Wie tief wird eine Rigole eingebaut?

Üblich sind 1,10 bis 1,40 Meter bis zur Sohle. Entscheidend ist, dass unter der Rigole noch genug durchlässiger Boden bis zum Grundwasser liegt – in der Regel mindestens ein Meter.

Funktioniert eine Rigole auf Lehmboden?

Nur eingeschränkt. Liegt der kf-Wert unter 10⁻⁶ m/s, versickert das Wasser zu langsam. Dann wird die Rigole größer gebaut und über einen gedrosselten Überlauf an den Kanal angeschlossen, oder es kommt ein Mulden-Rigolen-System zum Einsatz.

Wie lange hält eine Rigole?

Bei regelmäßig gereinigtem Filterschacht mehrere Jahrzehnte. Für Rohr-Rigolen-Systeme werden 25 bis 40 Jahre angegeben. Ohne Vorreinigung setzt sich der Speicher schon nach wenigen Jahren zu.

Was ist der Unterschied zwischen Rigole und Drainage?

Eine Drainage nimmt Wasser aus dem Boden auf und leitet es weg, zum Beispiel am Keller. Eine Rigole macht das Gegenteil: Sie nimmt Regenwasser auf und gibt es an den Boden ab. Beide sehen im Graben ähnlich aus, dürfen aber nicht verwechselt werden.

Fazit

Eine Rigole speichert Regenwasser unter der Erde und gibt es langsam an den Boden ab. Kies ist günstiger, Kunststoffblöcke brauchen deutlich weniger Platz. Für ein Einfamilienhaus kostet eine Rigole vom Fachbetrieb meist 2.000 bis 5.000 Euro. Wichtig sind eine Bemessung nach DWA-A 138-1, ausreichender Abstand zu Haus und Grundwasser und ein Filterschacht vor dem Zulauf.

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Quellen

Preisangaben sind Richtwerte aus den genannten Quellen und ersetzen kein Angebot. Der tatsächliche Preis hängt von Fläche, Boden, Zugänglichkeit und Material ab.

Entwässerung & Leitungsbau vom Fachbetrieb

Dieser Ratgeber stammt von der NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH. Wir führen Tiefbau-, Erd- und Pflasterarbeiten im Ruhrgebiet und im Rheinland aus – mit Betriebshof in Dortmund und Sitz in Monheim am Rhein. Wir sehen uns Ihr Grundstück an und erstellen ein schriftliches Angebot. Wir melden uns am selben Werktag zurück.