Von NVI Tiefbau und Infrastruktur GmbH · Veröffentlicht
Einen Garten vom Fachbetrieb komplett neu anlegen zu lassen, kostet meist 100 bis 180 Euro pro Quadratmeter, hochwertige Anlagen 300 Euro und mehr. Einfache Gestaltungen beginnen bei rund 40 Euro pro Quadratmeter. Den Preis bestimmen vor allem befestigte Flächen, der Zustand des Bodens und der Anteil an Pflanzen.
Das Wichtigste in Kürze
- 100 bis 180 €/m² kostet eine komplette Neuanlage vom Fachbetrieb, einfache Gestaltungen ab rund 40 €/m².
- Terrasse, Wege und Mauern sind die teuersten Posten – Rasen und Pflanzen kosten pro m² deutlich weniger.
- Beim Neubau ist der Boden oft verdichtet und mit Bauschutt durchsetzt. Das muss vor dem Anlegen raus.
- In Etappen bauen spart Geld, wenn zuerst Erdarbeiten, Entwässerung und Wege fertig werden.
Inhalt
Was kostet es, einen Garten anlegen zu lassen?
Eine komplette Neuanlage vom Fachbetrieb kostet meist zwischen 100 und 180 Euro pro Quadratmeter. Wer vor allem Rasen und Pflanzen möchte, kommt mit deutlich weniger aus. Wer Terrasse, Natursteinmauern und Beleuchtung plant, zahlt schnell das Doppelte.
| Ausstattung | Kosten pro m² Gartenfläche |
|---|---|
| Einfach: Rasen, Hecke, wenige Beete | 40–100 € |
| Komplette Neuanlage mit Terrasse und Wegen | 100–180 € |
| Hochwertig: Naturstein, Mauern, Beleuchtung, Bewässerung | 300 € und mehr |
Eine zweite Faustregel aus der Baufinanzierung: Für den Garten werden 12 bis 18 Prozent der Bausumme des Hauses angesetzt, wenn er professionell angelegt wird. Viele Bauherren planen deutlich weniger ein und merken das erst, wenn das Haus fertig ist.
Welche Posten kosten wie viel?
Ein Garten ist keine Pauschale, sondern die Summe einzelner Gewerke. Diese Richtwerte zeigen, wo das Geld hingeht:
| Posten | Richtwert |
|---|---|
| Rasen säen, 100 m² (Vorbereitung und Saatgut) | 200–500 € + 800–1.500 € Arbeit |
| Rollrasen inkl. Verlegung, 100 m² | 2.000–4.000 € |
| Hecke pflanzen | 15–150 € pro laufendem Meter |
| Kiesweg einfach / mit Fundament | 30–80 € / 50–125 € pro m² |
| Zaun Metall | 140–200 € pro laufendem Meter |
| Bewässerung einfach / vollautomatisch | 500–1.500 € / 2.000–5.000 € |
| Gartenplanung | 300–1.500 € und mehr |
Terrasse und gepflasterte Flächen sind in der Tabelle nicht enthalten, weil sie meist der größte Einzelposten sind. Was sie kosten, steht in den Artikeln zu Terrasse bauen und Einfahrt pflastern.
Beispielrechnung: Was kostet ein Neubaugarten?
Ein typischer Garten hinter einem neuen Einfamilienhaus: 100 m² Rollrasen, eine Terrasse mit 20 m², 20 Meter Hecke zum Nachbarn und ein Kiesweg zum Gartenhaus mit 15 m². Mit den Richtwerten aus den Quellen ergibt sich:
| Posten | Menge | Kosten |
|---|---|---|
| Rollrasen inkl. Verlegung | 100 m² | 2.000–4.000 € |
| Terrasse, gepflastert | 20 m² | 3.440–5.720 € |
| Hecke pflanzen (einfache Pflanzen, 15 €/m) | 20 m | ca. 300 € |
| Kiesweg mit Fundament | 15 m² | 750–1.875 € |
| Summe ohne Bodenvorbereitung | ca. 6.500–11.900 € |
Die Spanne ist groß, weil ein Neubaugarten selten auf gutem Boden beginnt. Ob zusätzlich Oberboden geliefert, Bauschutt entsorgt oder eine Versickerung gebaut werden muss, zeigt erst der Blick auf das Grundstück.
Warum der Boden beim Neubau so viel ausmacht
Nach dem Hausbau ist der Boden im Garten fast immer verdichtet. Bagger, Kran und Lkw sind monatelang darüber gefahren, oft liegen Bauschutt, Folienreste und Beton im Untergrund. Rasen und Pflanzen wachsen darauf schlecht, und Regenwasser bleibt stehen.
- Verdichtung lösen: Tiefenlockerung oder Bodenaustausch, bevor Oberboden aufgetragen wird.
- Bauschutt entfernen: Er muss getrennt entsorgt werden, gemischter Aushub wird teuer – siehe Aushub entsorgen: Kosten.
- Oberboden prüfen: Der beim Bau abgeschobene Mutterboden ist gesetzlich geschützt und sollte wieder eingebaut werden. Fehlt er, muss Oberboden geliefert werden.
- Wasser ableiten: Auf Lehm und Mergel, wie im Ruhrgebiet verbreitet, braucht der Garten oft eine Entwässerung. Mehr dazu unter Regenwasser versickern.
Was kostet ein Gartenplaner?
Eine erste Beratung mit Entwurfsskizze kostet meist 200 bis 400 Euro. Eine vollständige Gartenplanung liegt bei 300 bis 1.500 Euro und mehr. Landschaftsarchitekten rechnen bei größeren Projekten mit 10 bis 20 Prozent der Baukosten.
Für einen Reihenhaus- oder Einfamilienhausgarten braucht es nicht immer einen Architekten. Ein Fachbetrieb, der Erdarbeiten, Pflaster und Pflanzung selbst ausführt, plant die Fläche meist beim Ortstermin mit und weist die Positionen im Angebot einzeln aus.
In welcher Reihenfolge wird ein Garten angelegt?
Die Reihenfolge entscheidet, ob später etwas wieder aufgerissen werden muss. Bewährt hat sich:
- Erdarbeiten und Leitungen: Gelände modellieren, Leitungen für Wasser, Strom und Entwässerung verlegen.
- Befestigte Flächen: Terrasse, Wege, Einfassungen und Mauern bauen.
- Boden vorbereiten: Oberboden auftragen, lockern und planieren.
- Gehölze und Hecken pflanzen: am besten im Herbst oder Frühjahr.
- Rasen zuletzt: Säen oder Rollrasen verlegen, wenn kein schweres Gerät mehr über die Fläche fährt.
Wo lässt sich sparen – und wo nicht?
- In Etappen bauen: Erdarbeiten, Entwässerung und Wege zuerst vom Fachbetrieb, Beete und Pflanzen später selbst.
- Rasensaat statt Rollrasen: Saat kostet weniger, braucht aber 6 bis 10 Wochen bis zur ersten geschlossenen Grasnarbe und eine Wachstumsperiode bis zur vollen Belastbarkeit.
- Heimische Heckenpflanzen: Einfache Heckenpflanzen kosten einen Bruchteil großer, fertiger Heckenelemente.
- Nicht am Unterbau sparen: Eine Terrasse oder ein Weg mit zu dünnem Unterbau sackt ab und muss neu gebaut werden.
Steuerlich lassen sich 20 Prozent der Arbeitskosten eines Handwerkers von der Einkommensteuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr (§ 35a EStG). Das gilt für den bestehenden Haushalt – Arbeiten im Rahmen eines Neubaus bis zu dessen Fertigstellung sind ausgeschlossen. Im Einzelfall hilft Ihr Steuerberater.
Häufige Fragen
Was kostet ein Gärtner oder Garten- und Landschaftsbauer pro Stunde?
Die Quellen nennen 30 bis 50 Euro (biallo.de, Stand 06/2025) beziehungsweise 50 bis 60 Euro (gartenbau.org, Stand 07/2026) pro Stunde. Bei größeren Projekten rechnen Fachbetriebe meist nach Positionen und Quadratmetern statt nach Stunden.
Rollrasen oder Rasensaat – was lohnt sich?
Rollrasen ist sofort grün und nach rund zwei Wochen voll begehbar, kostet aber ein Vielfaches der Saat. Rasensaat ist günstiger, braucht aber regelmäßige Bewässerung, 6 bis 10 Wochen bis zur geschlossenen Grasnarbe und eine Saison bis zur vollen Belastbarkeit. Für Familien mit Kindern oder Hund ist Rollrasen oft die bessere Wahl.
Wann ist die beste Zeit, einen Garten anzulegen?
Erdarbeiten, Wege und Terrasse lassen sich fast das ganze Jahr bauen, solange der Boden nicht gefroren oder durchnässt ist. Gehölze und Hecken pflanzt man am besten im Herbst, Rasen im Frühjahr oder im Spätsommer.
Wie lange dauert es, einen Garten anlegen zu lassen?
Ein Neubaugarten mit Terrasse, Weg und Rasen ist meist in zwei bis vier Wochen fertig. Größere Erdarbeiten, Mauern oder eine Versickerung verlängern die Bauzeit.
Kann ich die Kosten für den Garten von der Steuer absetzen?
Für den bestehenden Haushalt ja: 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr, nach § 35a EStG. Material zählt nicht. Arbeiten, die zum Neubau des Hauses gehören, sind ausgeschlossen.
Fazit
Einen Garten anlegen zu lassen, kostet meist 100 bis 180 Euro pro Quadratmeter, einfache Gestaltungen beginnen bei rund 40 Euro. Die teuersten Posten sind Terrasse, Wege und Mauern. Beim Neubau entscheidet der Zustand des Bodens über einen großen Teil der Kosten – deshalb gehören Erdarbeiten und Entwässerung an den Anfang.
Weiterlesen
Quellen
- gartenbau.org: Garten anlegen – Kosten (29.01.2026)
- biallo.de: Gartengestaltung – Kosten (04.06.2025)
- § 35a Einkommensteuergesetz (geltende Fassung)
Preisangaben sind Richtwerte aus den genannten Quellen und ersetzen kein Angebot. Der tatsächliche Preis hängt von Fläche, Boden, Zugänglichkeit und Material ab.

